Kein Monsterbau auf der Mathildenhöhe!
Freitag, den 31. Dezember 2010 um 16:41 Uhr

So sehr sich die Befürworter der Neubebauung auf dem Südhang der Mathildenhöhe Mühe geben, der planerische Missgriff ist nicht zu ummänteln. Schon gar nicht mit „Wiederherstellung der Sichtachse". Vielleicht ein Hilfsargument? Warum redet keiner von der Sichtachse, die sich aus dem Zusammenspiel von Ausstellungsgebäude und Ernst-Ludwig-Haus ergibt, wo freier Blick und gebundene Jugendstilformen zusammenkommen?

Außerdem wünsche ich mir, dass das Gerede vom Weltkulturerbe nicht mit dieser Bebauungsabsicht verknüpft würde. Auch hier entsteht der Verdacht, es könne sich um den Versuch der Irreführung der Öffentlichkeit handeln. Nach dem Motto: Wenn ihr dagegen seid, dann ist diese Chance vergeben – was für ein Unsinn!

Dass Frau Wagner von der FDP sich für all das ins Zeug legt ist wunderlich. Sollte doch gerade sie wissen, wie sehr diese Art von Kampfarchitektur auf dem Südhang der Mathildenhöhe den immer noch einmaligen Charakter dieses Ensembles verunstaltet.

Wenn die Sanders großherzig in Darmstadt stiften wollen dann sollte der Platz für die Ausstellung der Kunstgegenstände nicht so eine ganz zentrale Rolle spielen. Was spricht gegen den Osthang hinter der Mathildenhöhe? Oder habe die Sanders diese Bedingung gestellt: Aber nur, wenn wir auf dem Grund des ehemaligen Hauses Christiansen bauen können?? Das könnte sein, aber muss dann eine emanzipierte Stadt dem unmittelbar entsprechen.

Manchmal ist länger nachdenken schneller als schnell nachgeben.

Leserbrief von Michael Gaßner im DA Echo vom 20.11.2010

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