Scheußlicher Bau
Sonntag, den 09. Januar 2011 um 13:39 Uhr

Am 28. Juni wurden die Gewinner der Ausschreibung für die Erstellung eines Museums der Sander-Stiftung präsentiert. Anwesend waren auch einige Anwohner der Mathildenhöhe und Bürger der Stadt.

Dem Statement von Ralf Beil ist nichts hinzuzufügen. Was er sagte, ist nicht nur im Sinne der Anwohner sondern auch sicherlich der Darmstädter Bürger beziehungsweise der Liebhaber der Mathildenhöhe. Die Stadt Darmstadt bringt es immer wieder aufs Neue fertig, die Stadt zu verschandeln.

Man muss nur an eine der letzten Glanzleistungen, den Wörner-Steg, denken. Was interessiert die Bürger, wie die Fachleute über den Neubau denken. Der schöne Süd-West-Hang wird zerstört (keine schlittenfahrenden Kinder im Winter mehr, kein Picknick im Sommer).

Der Schwanentempel kommt nicht mehr zur Geltung, das Ernst-Ludwig-Museum wird teils verdeckt von einem Bau, der an Scheußlichkeit nicht zu überbieten ist. Sanders wollen sich hier ein Denkmal setzen, finanziert durch den Verkauf der Wella. Als Undank bekommen wir dafür diesen hässlichen, deprimierenden Bau hingestellt, mit Unterstützung des Oberbürgermeisters und des Denkmalschützers Heiss, treffend von Ralf Beil als „Fremdkörper“ bezeichnet.

Die Öffentlichkeit wurde vorab nicht informiert, und alles wurde bewusst unter der Decke gehalten. So erklärte Oberbürgermeister Walter Hoffmann im Juli letzten Jahres bei dem Verkauf des Grundstücks, er sie froh gewesen, dass alle Stellen dicht gehalten hätten und nichts nach außen gedrungen wäre.

Interessant, dass die Stadtverwaltung Darmstadt wichtige Entscheidungen geheimhält, die vitale Interessen der Bürger betreffen. Und man ist auch noch stolz darauf. Auch wieder typisch für Darmstadt.

Das Ausstellungsgebäude von Sanders im Prinz-Christians-Weg ist aus meiner Sicht so gut wie ungenutzt. Dort haben seit Jahren keine Ausstellungen mehr stattgefunden. Man könnte dieses Gebäude sehr wohl als Ersatzmuseum für den geplanten Neubau nehmen.

Leserbrief von Uta Golombek im DA Echo vom 8. Juli 2010.

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