| KEIN Museumsbau am Südhang der Mathildenhöhe! |
| Geschrieben von: Ingo Hagel |
| Montag, den 20. Dezember 2010 um 18:19 Uhr |
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Wachsenden Protest vermeldet die Bürgerintitative gegen diesen Entwurf für das Museum Sander am Südhang der Mathildenhöhe. Die Kunstsammler Gisa und Hans-Joachim Sander wollen unterhalb des Ernst-Ludwig-Hauses am Südhang der Mathildenhöhe auf eigene Kosten ein öffentliches Museum errichten und mit Kunstwerken bestücken. Museum und Ausstellungsstücke sollen nach ihrem Tod an die Stadt fallen. Auf dem dafür vorgesehenen städtischen Grundstück stand bis 1944 eines der Künstlerhäuser von Joseph Maria Olbrich. Das Haus Christiansen wurde im zweiten Weltkrieg zerstört. Ein Wiederaufbau unterblieb, stattdessen wurde die Ruine 1958 abgeräumt und der runde Brunnen des Berliner Bildhauers Karl Hartung an gleicher Stelle aufgebaut („Ernst-Ludwig-Brunnen“). Dieser soll an einen anderen Platz versetzt werden.
Abb. 1: Ansicht der Villa "In Rosen" von Hans Christiansen von 1901 Abb. 2: Ehemaliger Garten der Villa in Rosen mit Blick auf die Russische Kapelle. Im Vordergrund Treppenaufgang zum Ernst-Ludwig-Haus.
Städteplanerisches Ziel der Stadt soll sein, durch den Neubau die ursprüngliche Symmetrie der Künstlerkolonie-Bauten auf der Mathildenhöhe wieder stärker erfahrbar zu machen. Es gibt allerdings vielfältige und triftige Gründe, die generell gegen einen Neubau an dieser Stelle sprechen. Zudem fühlen sich viel Bürger durch die undemokratische Art und Weise überfahren, wie das Projekt den Bürgern präsentiert wurde: Die Informationen erfolgten erst nach der Grundstücksveräußerung und nach dem Architekturwettbewerb für das geplante Gebäude. In der Bürgerinitiative „SOS Mathildenhöhe Darmstadt" sollen sich alle Interessierten zusammenfinden, die ein Museum Sander an diesem Standort verhindern wollen. Wir fordern in Aktionen und mit Unterschriftenlisten die Darmstädter Politiker und Verantwortlichen zu einem offenen Diskurs auf. Das wertvolle Ensemble der Mathildenhöhe Darmstadt und die noch original existierenden Gebäude der Künstlerkolonie dürfen weder optisch noch bautechnisch durch den geplanten Museumsneubau in Gefahr gebracht werden. Wir begrüßen ausdrücklich das Engagement des Ehepaares Sander, möchten aber die erfoderliche öffentliche Diskussion über die Gefahren des Bauvorhabens anstoßen. Dazu gehören auch Überlegungen zu einem alternativen Standort. Bitte beteiligen Sie sich, kontaktieren Sie uns und unterstützen Sie die Bürgerinitiative nach Möglichkeit auch finanziell.
Abb. 3: Heutige Ansicht des ehemaligen Grundstückes "Villa in Rosen". Im Vordergrund ist der Hartung-Brunnen, im Hintergrund die Russische Kapelle. Hierhin soll das neue Museum gebaut werden. |