Die Mathildenhöhe als Weltkulturerbe - Behauptungen der Befürworter - Antworten der Bürgerinitiative
Geschrieben von: Ingo Hagel   
Donnerstag, den 13. Januar 2011 um 14:29 Uhr

Wir setzen unsere Informationen zur Mathildenhöhe mit dem Thema „Weltkulturerbe“ fort. Anlaß ist der Wunsch der Stadt, die Anerkennung der Kultureinrichtungen in der Stadt Darmstadt (Mathildenhöhe und weitere Bauten) durch die zuständige Abteilung der UNESCO in Paris als Weltkulurerbe zu erlangen.

 

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Behauptungen der Befürworter bzw. die Begründungen für den Antrag auf das „Weltkulturerbe“.

Die Antworten der BI-SOS-Mathildenhöhe


Die Bewerbung Darmstadts bei der UNESCO kostet fast nichts. Drei Schuber Material und 6.000 Euro habe Dresden für seine Bewerbung ausgegeben (Sissy Geiger 22.8.2007)

Geiger hat übersehen, daß schon N. Heiss die Wiederherstellung der grünen Achse (Glückert-Häuser) mit 200.000 €, die Wiederherstellung des Poleninstitutes mit 400.000 €, die Wiederherstellung der Pergolen 160.000 € schätzt. Eine Auflistung aller Maßnahmen, die teils während der Antragstellung und teils nach der Aufnahme als Weltkulturerbe notwendig sind, werden von der BI auf rund 10 Mio € geschätzt. Grundlage der BI-Liste sind die Maßnahmen, die N. Heiss in der Öffentlichkeit bereits genannt hat.

Die Gärten südlich des Alexandraweges sollen wiederhergestellt werden (N. Heiss 17.7.2009)

Heiss fordert, daß die Gärten von den jetzigen Eigentümer „wiederhergestellt“ werden sollen. Er übersieht, daß die privaten Grundstückseigentümer nur durch Zwang dazu gebracht werden können: Aufkauf oder Enteignung.

Der Osthang der Mathildenhöhe solle bebaut werden und zwar mit experimentellem Wohnungsbau (N. Heiss 17.7.2009)

Ein Planungswettbewerb in den 80er Jahren des 20. Jh. sah dort eine gestaltete Zeile mit öffentlichen Kulturbauten vor. Noch heute ist dort aber ein rechtskräftiger Bebauungsplan vorhanden, der u.a. ein siebengschossiges Hotel vorsieht. Wie passt das mit dem „Weltkulturerbe“ zusammen?

Zum Antrag Weltkulturerbe gehören auch als didaktische Satelliten das Jugendstilbad, der Hauptbahnhof, das Prinzessinenhaus in Wolfsgarten und der Keramikhof in Bad Nauheim (N. Heiss 17.7.2009)

Die BI meint, was soll denn sonst noch in den Antrag?

Jugendstilbauten gibt es sicher auch noch in Wiesbaden, Frankfurt, Wien oder München! Was hat im übrigen der Hauptbahnhof mit der Lebensreformbewegung zu tun?

Die Kosten für den Antrag Weltkulturerbe können noch nicht beziffert werden. Zur Finanzierung sollen die Wüstenrot-Stiftung, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, das Landesamt für Denkmalpflege und Sponsoren herangezogen werden. (OB Hoffmann 1.9.2009)

Wir schließen uns dem Darmstädter Echo an, das meinte: „Ein noch immer optimistisch-utopischer Ansatz.“ (Echo vom 1.9.2009).

Die BI meint: Man sollte das Geld anderer Leute nicht verplanen, man muß es selber haben.....

Die fehlenden Parkplätze auf der Mathildenhöhe können in Form einer Tiefgarage am Osthang der Mathildenhöhe errichtet werden. (N. Heiss 1.9.2009)

Eine erstaunliche Fehleinschätzung des Koordinators Mathildenhöhe N. Heiss. Der Osthang als Parkplatz und Tiefgarage in Gegenlage zum Ausstellungsgebäude?

Der Osthang sei ein Kapitel für sich, er solle ein Kernstück einer Kulturmeile (von der Innenstadt bis zur Rosenhöhe) werden. (N. Heiss 1.9.2009)

Der Osthang der Mathildenhöhe solle bebaut werden und zwar mit experimentellem Wohnungsbau (N. Heiss 17.7.2009), was gilt jetzt Herr Heiss?

Man wolle einen internationalen städtebaulichen Wettbewerb veranstalten. Thema: Darstellung der Ideen aus den ersten Ausstellungen der Künstlerkolonie am Anfang des 20. Jh. (N. Heiss 1.9.2009)

Die Vorstellungen des Koordinators reichen für den Osthang der Mathildenhöhe vom Parkplatz über den experimentellen Wohnungsbau bis zur Kulturmeile. Vielleicht wäre es besser, zunächst einmal ein umfassendes und abgestimmtes Kulturkonzept zu entwickeln und dann einen städtebaulichen Wettbewerb zu veranstalten.

Der Entwurf des Preisträgers (beim ausgelobten Wettbewerb) erfülle genau die Kriterien, die beim Antrag auf Anerkennung der Mathildenhöhe als Weltkulturerbe, gefordert werden. Der Ergänzungsbau müsse nach den Bedingungen der Charta von Venedig immer den Stempel der jeweiligen Zeit tragen. (N. Heiss 1.7.2010)

Die Bedingungen der Charta von Venedig fordern jedoch den sog. Ergänzungsbau eben nicht. Den Bedingungen der Charta wird vollauf Rechnung getragen, wenn die Stadt bei ihrem Antrag genau beschreiben würde, daß die Mauerreste des Hauses Christiansen, ein zeitgeschichtliches Dokument sind, die auf sehr nachdrückliche Weise daran erinnern, daß die Idee der Lebensreformbewegung, selbst durch die Bomben des II. Weltkriegs, nicht aufgehalten werden kann. Wenn das Museum Sander am Osthang gebaut würde, gäbe es gewiß keine Schwierigkeiten mit der UNESCO.

Es gibt keinen vernünftigen Grund, den Bau abzulehnen. (Landesamt für Denkmalspflege, Gerd Weiß am 4.10.2010, Da-Echo).

Die Frage lautet: Mit Verlaub Herr Weiß, woher wissen Sie das so bestimmt? Selbstverständlich gibt es auch „vernünftige Gründe“, das Vorhaben an dieser Stelle abzulehnen. Die „hohe“ Stellung ist nicht immer mit „höherem“ Durchblick verbunden.

 

 

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