10. SEPTEMBER | AUSSTELLUNG „DOPPELLEBEN LITERARISCHE SZENEN AUS NACHKRIEGSDEUTSCHLAND“


Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung und das Institut Mathildenhöhe Darmstadt zeigen das bunte und zugleich widersprüchliche literarische Leben nach 1945. Ein Focus der Ausstellung „Doppelleben. Literarische Szenen aus Nachkriegsdeutschland“ liegt auf dem engagierten kulturellen Wiederaufbau der Stadt Darmstadt. Erstmals werden Dokumente aus der Gründungsgeschichte der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung im Original zu sehen sein.
Entdecken wird man zunächst, wie widersprüchlich die Anfänge des literarischen, kulturellen Lebens nach 1945 waren. Unübersehbar sind die Ungleichzeitigkeiten und zuweilen unversöhnlichen Gegensätze in dieser Zeit: die Vielstimmigkeit und Buntheit des kulturellen Aufbruchs stehen neben der fast bruchlosen Kontinuität der Zeit des Nationalsozialismus, in der schamlos eine ‚Innere Emigration’ geltend gemacht wurde. Autoren wie Frank Thiess und Kasimir Edschmid stehen für diese Kontinuität.
Die Text-, Ton- und Filmdokumente der Ausstellung bieten eine detailreiche Darstellung der Nachkriegsjahre. Sie zeigen das Mit- und Gegeneinander der verschiedenen Akteure, die Initiativen des kulturellen Aufbruchs ebenso wie die Widerstände der alten und neuen Seilschaften.
Darmstädter Themen
Ein besonderer Focus der Ausstellung liegt auf Darmstadt. An herausragenden Beispielen wird der Wiederaufbau des Kulturlebens in der zerstörten Stadt gezeigt. Heute noch beeindruckt der Mut, die bald legendären Internationalen Ferienkurse für Neue Musik zu begründen. Ebenso beeindruckt aber auch der Hunger der Menschen nach Kultur und Bildung, auf den die abenteuerlichen Anfänge des Theaters ebenso antworteten wie das Programm der Volkshochschule oder des Amerikahauses. Die wegweisenden Darmstädter Gespräche, die 1950 erstmals stattfanden, oder die Anknüpfung an die 1933 abgebrochene Tradition des Georg-Büchner-Preises durch die Stadt sind gleichfalls erstaunliche Phänomene in dieser Zeit.
Plakat zur ersten Herbsttagung der Deutschen Akademie in Darmstadt
© Archiv Oskar Jancke, München
Erstmals werden in Darmstadt auch Dokumente aus der Gründungsgeschichte der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung im Original zu sehen sein. Im Oktober 1950 versammelte sich die Akademie zum ersten Mal in Darmstadt zu ihrer Herbsttagung. Durch diese Tagung wurde die Absprache mit der Stadt besiegelt, dass die 1949 in der Frankfurter Paulskirche begründete Akademie künftig in Darmstadt ihren Sitz haben und im Ernst-Ludwig-Haus auf der Mathildenhöhe residieren soll.
Genau 60 Jahre später wird nun im Ernst-Ludwig-Haus, dem heutigen Museum Künstlerkolonie, die Ausstellung "Doppelleben. Literarische Szenen aus Nachkriegsdeutschland" gezeigt.
Im Großen Haus Glückert, das sich in unmittelbarer Nähe zum Museum Künstlerkolonie befindet und heutiger Sitz der Akademie ist, wird der Teil der Ausstellung zu sehen sein, der sich mit den Anfangsjahren der Akademie befasst.
Ausstellungsorte: Museum Künstlerkolonie, Mathildenhöhe Darmstadt, Olbrichweg 13a, 64287 Darmstadt und Großes Haus Glückert, Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung, Alexandraweg 23, 64287 Darmstadt
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 11 – 18 Uhr. Eintritt 5 Euro / ermäßigt 3 Euro (zu erwerben im Museum Künstlerkolonie)
Weitere Informationen auch zum Begleitprogramm der Ausstellung unter
www.deutscheakademie.de oder
www.mathildenhoehe.eu